Geschichtliche Entwicklung

Die seit Jahrhunderten selbständigen Ortschaften Diekholzen, Barienrode, Söhre und Egenstedt wurden am 1. März 1974 zu einer neuen Gemeinde Diekholzen zusammengeschlossen. Mit ihren ca. 7.400 Einwohnern liegt die neue Verwaltungseinheit unmittelbar am Rand der Großstadt Hildesheim, am Nordrand des Hildesheimer Waldes.


Diekholzen

Über die Entstehung gibt der Ortsname einen Hinweis. Er lautete 1125, wo er erstmals auftritt, "Holthusen". Das Dorf zählt somit zu der Ausbauperiode des Siedlungsraumes durch die "hausen"-Orte, die um das 8. Jahrhundert nach Christus durch Rodungen im Waldgelände entstanden sind. Die auf dem ehemaligen Waldboden immer mehr gewordenen Häuser gaben der Siedlung den Namen. Das zahlreiche Auftreten des Namens Holthusen zwang, um Verwechslungen vorzubeugen, zur Hinzufügung eines Beiwortes. Für unser Holthusen wählte man das Wort "Diek" (= Teich), da oberhalb des Ortes ein Teich, eine Art Talsperre, angelegt war. Der Name "Dicholthusen" erscheint 1267 zum ersten Mal, 1277 schrieb man Dicholtensen, 1597 Deicholzhusen. Hin und wieder tauchte in den Urkunden der alte Name "Holthusen" auf, so 1355 und 1382.

Die Geschichte des Dorfes Diekholzen wurde vom 12. Jahrhundert an von dem benachbarten Kloster Marienrode stark beeinflusst. Schon in der Gründungsurkunde des Klosters vom 22. Mai 1125 heißt es, dass zur Ausstattung desselben fünf Hufen Land, der Zehnte und eine Mühle zu Holthusen gehörten. Die 1267 erwähnte Kirche wurde 1656 neu erbaut. Ihr Schutzpatron ist St. Jakobus der Ältere.

Ein seltenes Handwerk wurde bis vor einigen Jahren in Diekholzen ausgeübt, es war dort ein Peitschenstockmacher ansässig. Wenn auch der Kalischacht Hildesia stillgelegt wurde, hat Diekholzen doch einen ungeahnten Auftrieb genommen. Von großer Bedeutung ist das Kreiskrankenhaus des Landkreises Hildesheim, das in der reichen Waldlandschaft erbaut worden ist.

Zum Wappen erwählte sich die Gemeinde einen Pflug, eine Säge und eine Grubenlampe als Symbole für die drei Berufsgruppen des Dorfes: der Landwirte, der Waldarbeiter und der Bergleute.

Barienrode

Die erste Erwähnung des Dorfes bringen die auf 1022 zurückgehenden Güterverzeichnisse des Michaelisklosters, der Stiftung Bischof Bernwards. Aus ihnen geht hervor, dass den Mönchen der Zehnte der Feldmark von Barienrode zustand. Grundbesitz in Barienrode erwarb 1244 das Godehardikloster. Von den Einkünften eines 1232 vom Domkapitel erworbenen Grundbesitzes wurden Lichte für die Sylvesterkapelle des Domes beschafft. Dem Kloster Marienrode gehörte 1305 eine Hausstelle. Auch das Moritzstift hatte 1208 dort Gerechtsame

Ein Rittergeschlecht, das sich nach dem Ort nannte, ist von 1140 bis 1390 nachweisbar. Siegfried von Barienrode verkaufte 1227 dem Kloster Derneburg den Zehnten von Groß Düngen. Das Geschlecht besaß auch Güter in Eitzum, Eberholzen und Gronau. Es erlosch nach 1390 mit Heinrich von Barienrode, über den sich 1381 Braunschweig und 1390 Goslar wegen Schädigung ihrer Bürger beklagt hatten. Den Stammhof des Rittergeschlechts wird Bischof Gerhard dem von ihm 1388 unter dem Berghölzchen westlich von Hildesheim gegründeten Karthäuserkloster übertragen haben. Diesem gehörte später fast das ganze Dorf.

Das Wappen der Gemeinde Barienrode entspricht dem Siegel, das 1282 der Ritter Heinrich von Barienrode bei Ausstellung einer Urkunde benutzte. Es zeigt zwei Fische übereinander.

Söhre

Die Geschicke dieses Dorfes sind eng mit der Geschichte des Klosters Marienrode verknüpft. Als dieses 1125 gegründet wurde, gehörten zu seiner Ausstattung Land und Wohnungen in "Sutherem" - damit ist wahrscheinlich Söhre gemeint -, bestimmt aber bei "Sodheren", wo 1267 angegeben wird, dass der Pfarrer von Diekholzen Zehntrechte besaß. Nachdem 1259 die Zisterzienser das Kloster Marienrode übernommen hatten, waren sie bestrebt, ihren Besitz in Söhre zu vermehren. Von dem Ritter Ekbert von Tossum kauften sie 1265 vor Söhre 270 Morgen Land und die Mühle. 1313 gab das Moritzstift seine Archidiakonatsrechte über Söhre an Marienrode ab.

Eine Kirche erhielt Söhre am Ausgang des 14. Jahrhunderts durch den Marienroder Abt Hermann (1383 - 1406). Als Mitte des 14. Jahrhunderts die Marienburg erbaut und dann das Amt Marienburg errichtet worden war, gehörte Söhre zu den Amtsdörfern.

Die baufällig gewordene Kirche wurde 1877 abgebrochen. Der alte Turm aber blieb erhalten. Die Weihe des neu erbauten Kirchenschiffes zu Ehren der Himmelfahrt Mariä und des Heiligen Joseph fand am 18. November 1877 statt.

Das Gemeindewappen von Söhre hat auf der linken Hälfte die Hildesheimer Farben, auf der rechten ein Bild des alten Kirchturms. Dieser Turm mit schießschartenähnlichen Lichtschlitzen und gekuppelten rundbogigen Schallöchern wird von einem laternenförmigen, spitzhelmigen Dachreiter gekrönt. Nach der Überlieferung soll der Kirchturm als Wachturm zur Beobachtung des nordwestlich von Söhre im Hildesheimer Wald liegenden Teilabschnitts der Hildesheimer Landwehr gedient haben.

Egenstedt

Die erste historische Nachricht über Egenstedt findet sich in einer Urkunde Bischof Bernward von Hildesheim, die in das Jahr 996 gesetzt wurde. Darin sind Besitztümer in Eganstedi erwähnt.

Um die Jahrtausendwende war Egenstedt ein Besitz des Bischofs Bernward. Seiner Stiftung, dem Michaeliskloster, übertrug er 1022 zwölf Hufen und den Zehnten des Dorfes.

Zu Anfang des 14. Jahrhunderts (1307) erwarben die Zisterzienser von Marienrode Grundstücke in Egenstedt vom Kloster Wöltingerode bei Vienenburg, das diese 1256 von dem Grafen von Wunstorf, der zum Uradel Ostfalens gehörte, erhalten hatte. Außer Marienrode besaßen 1331 das Moritzstift und das Domkapitel Grundstücke in Egenstedt. Vom Eigentum des Moritzstifts übertrug 1595 Fürstbischof Ernst den Zehnten und einen Meierhof mit den Schäfereigerechtsamen des Jesuitenkollegiums in Hildesheim. Am Ende des 18. Jahrhunderts waren die 90 Morgen des Ackerhofes an die Einwohner verpachtet. Die Erinnerung an diese einstigen grundherrlichen Verhältnisse hält die noch heute im Dorf übliche Bezeichnung "Jesuitergärten" fest. Als Gemeindewappen hat man daher das Monogramm des Jesuiterordens gewählt.

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