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 Diekholzen

Diekholzen liegt ca. sechs Kilometer westlich von Hildesheim am Nordrand des Hildesheimer Waldes. Die erste schriftliche Erwähnung findet sich in der Gründungsurkunde des Augustinerstifts Backenrode (Marienrode) von 1125. Damals hieß der Ort „Holthusen“, ein Hinweis auf die waldreiche Umgebung. Als die Augustiner von Backenrode 1259 von Zisterziensermönchen abgelöst wurden, legten diese an der Beuster, die auch durch Diekholzen fließt, eine ganze Reihe von Fischteichen an. So erklärt sich der seit 1267 belegte Zusatz „Diek“ im Ortsnamen. 1308 übernahm das Kloster die gesamte Feldmark des Dorfes in seinen Eigenbetrieb, die Bevölkerung wurde nach Dinklar umgesiedelt. Im frühen 15. Jahrhundert aber bemühten sich die Zisterzienser wieder darum, bäuerliche Wirtschafter nach Diekholzen zu ziehen. Das Dorf entstand neu.

Von der Reformation wurde Diekholzen nicht berührt und blieb bis zum Ende des I9. Jahrhunderts ein fast ausschließlich katholisches Dorf. Die konfessionelle Durchmischung begann erst 1897 mit der Gründung des Kaliwerkes, das viele auswärtige Arbeitskräfte anzog, 1912 bereits etwa 250 Beschäftigte hatte und das Ortsbild durch Schacht, Förderturm und Bergmannssiedlung markant veränderte. Mit einer längeren Unterbrechung (1928-1950) wurde hier bis zur Jahreswende 1966/67 Kali abgebaut. Von 1938 bis 1945 befand sich auf dem Betriebsgelände eine Munitionsfabrik. Diekholzen entwickelte sich so vom reinen Bauerndorf zum Industriestandort.

Nach dem Zweiten Weltkrieg verdoppelte sich die Einwohnerzahl gegenüber dem Stand von 1939 (759 Einwohner) auf 1526 im Jahre 1950, bedingt durch den Zustrom von Flüchtlingen und Vertriebenen aus den Ostgebieten. In den folgenden Jahrzehnten stieg sie infolge der Wiederaufnahme des Schachtbetriebes und der Ausweisung von Neubaugebieten weiter an. 1974 hatte der Ort 2955 Einwohner und wurde im selben Jahr Mittelpunkt der neu gebildeten Einheitsgemeinde, die mit den Ortsteilen Söhre, Egenstedt und Barienrode auf 6525 Einwohner kam. Heute zählt Diekholzen selbst ca. 3000 Einwohner, die Gemeinde insgesamt ca. 6800. Bereits seit 1871 gehört auch der an der Straße nach Hildesheim gelegene, im Jahre 1712 vom Kloster Marienrode errichtete „Heidekrug“ zum Gemeindegebiet.

Nach der Schließung des Kaliwerkes, dessen oberirdische Relikte inzwischen nahezu verschwunden sind, war die seit 1947 bestehende Lungenfachklinik der wichtigste Arbeitgeber in Diekholzen. Insgesamt hat der Ort den Strukturwandel vom Industriedorf zu einem Grundzentrum mit hohem Naherholungswert und bevorzugten Wohnlagen gut bewältigt.

 Literatur:

 Curt-Christian Müller, Diekholzen. Eine Ortschronik, Hildesheim 1992 – Cord Alphei, Dreihundert Jahre Heidekrug, Hildesheim 2013 – Ders., Die Gemeinde Diekholzen in ihrer historischen und aktuellen Entwicklung, in: Jahrbuch 1999 des Landkreises Hildesheim, S.169-178.

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