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Kangoo für die Pfadfinder

Die Pfadfinder des Stamms St. Jakobus von Diekholzen durften den E- Kangoo für fünf Monate Probe fahren - ein Erfahrungsbericht von Alexander Höveling, dem Vorsitzenden der Stammesleitung und Leiter der Gruppe Pfadfinder der DPSG Diekholzen zur Nutzung des E- Autos

(Zur Erinnerung und Erläuterung:
Am 23.10.2015 hatten die Pfadfinder den E-Kangoo durch Vertreter der Metropolregion und des Göttinger Instituts für Demokratieforschung übergeben bekommen, nachdem sie einen Wettbewerb mit dem Titel „Einfach elektrisch. E-mobile Ideen für den Alltag“ gewonnen hatten. Jetzt musste der Wagen wieder abgegeben werden, Alexander Höveling und die Bürgermeisterin -siehe Foto - möchten mit diesem Beitrag helfen, unsere Bürgerinnen und Bürgern an den Erfahrungen der Pfadfinder teilhaben zu lassen.)

Es war eine tolle Zeit und die Einstellung unserer Mitglieder zu Elektroautos hat sich gewandelt.

Bis jetzt hatte bei uns im Stamm noch keiner Erfahrung mit einem Elektroauto.
Alle hatten ihre Vorurteile und waren gespannt darauf, wie das Auto sich fahren lässt.

Die Übersetzung beim Betätigen des Gaspedales war faszinierend. Von jetzt auf gleich ist die Energie voll da. Alle waren überrascht, wie gut es sich fahren lässt. Schön ruhig, schneller Anschub und viel Platz. Der geräumige Kofferraum ist für Transporte sehr gut geeignet. Ob wir in den Gruppenstunden mit den
Kindern in die Stadt gefahren sind oder das Friedenslicht verteilten, hatten fünf Personen immer ausreichend Platz. Als Schnee lag, haben wir uns auf zur Rodelbahn in Hildesheim gemacht und alle Schlitten in den Kofferraum bekommen. Auch die benötigten Baumaterialien für das Schwedenhaus fanden ihren Platz im Kangoo. Denn durch seine Länge konnten auch Platten und Latten transportiert werden, die sonst nur Platz auf einem Anhänger gefunden hätten. Wir haben vieles ausprobiert und das Auto so gut es ging genutzt und ausgekostet.

Allerdings haben wir auch festgestellt, dass ein Elektroauto bei aktuellem Stand der Technik für
uns Pfadfinder nur bedingt praktikabel ist. Wir brauchen nicht nur ein Auto, mit
dem wir Kurzstrecken fahren können, denn wir haben sehr viele lange Fahrten zu bewältigen.

In den ersten Wochen betrug die Reichweite des E-Autos noch die versprochenen 100 km, doch diese Reichweite hat stetig abgenommen. Am Anfang hatten wir das Glück, noch schönes Wetter zu haben und außerdem war es abends auch noch länger hell. So brauchten wir keine Heizung und kein Licht, nur das Radio lief als zusätzlicher Stromabnehmer.
Im Winter jedoch musste alles Genannte eingeschaltet werden, zusätzlich auch noch die
Scheibenwischer. Durch den so erhöhten Stromverbrauch wurde die Reichweite geringer. So zeigte das Auto nach dem Aufladen nur noch eine Reichweite von ca. 60 km an. Dieses ist jedoch eine Strecke, die für uns nicht akzeptabel
war.

Denn normalerweise bringen wir die Kinder nach den Gruppenstunden, in denen wir mit dem Auto unterwegs sind, immer nach Hause. Daran war bei der Reichweite leider nicht zu denken und die Eltern haben Ihre Sprösslinge abholen müssen.

Die Fahrt nach Hannover zu Ikea, um schon mal nach Möbel für unser Schwedenhaus zu schauen, war für uns ein reiner Krimi. Wir hatten das Fahrzeug zwischendurch nicht laden können und mussten hof-fen, dass die Energie wieder bis nach Diekholzen zurück reichte. Auf dem Rückweg fing das
Auto schon in Neuhof an zu blinken und zu piepen, da es keine Energie mehr
hatte. Mit eingeschränkter Energie, ohne Licht und Scheibenwischer, haben wir es gerade noch bis nach Hause geschafft. Da haben wir uns geschworen, so eine Fahrt nicht mehr zu machen.

In das Winterwochenende konnten wir das Auto nicht mitnehmen, denn die Strecke lag bei gut 200 km. Zwischendurch zu laden ist leider keine Option, da die Ladezeit 6-8 Stunden beträgt. So waren wir froh, auf unsere sehr betagten VW-Busse zurückgreifen zu können.

Das Laden des Autos ist an sich sehr einfach. Geladen wird das Auto zwar über eine normale Steckdose, aber was macht man, wenn keine vor Ort ist? Bei Mietwohnungen ohne Einstellplatz? Bei Einstellplätzen, die nicht am Haus sind? So war es für manch einen gar nicht möglich, das Elektroauto zu testen, denn es gab für sie keine Möglichkeit, das Auto aufzuladen. Leider gibt es auch noch nicht so viele öffentliche Ladestationen, aber bei der langen Ladezeit sind diese auch nicht praktisch. Erstens müssen diese frei sein und zweitens dauert es nun mal, bis vollgeladen ist.

Wir mussten uns alle erstmal an das Fahren mit elektrischer Energie gewöhnen, doch wenn man sich etwas vertraut mit dem Verbrauch gemacht hat, vergeht auch die Angst, das man liegen bleiben könnte.

Durch den Elektromotor ist das Auto sehr leise und für Mensch und Tier kaum zu hören. Daher ist es noch wichtiger, vorausschauend zu fahren. Es ist nicht selten passiert, dass Kinder und auch Erwachsene einfach vor dem Auto über die Straße liefen, weil sie nach Gehör handeln. Vögel und auch Katzen fliegen bzw. laufen nicht weg, da sie das Auto nicht bemerken.

Alles in allem war es eine tolle Erfahrung, mit dem Kangoo für fünf Monate fahren zu können.

Wir sind der Bürgermeisterin Frau Birgit Dieckhoff-Hübinger für ihren Einsatz bei diesem Projekt sehr dankbar.

Ein großes Dankeschön auch an die Universität Göttingen und die Metropolregion GmbH, dass sie es uns ermöglicht haben, den Kangoo Probe zu fahren. Für uns wird ein Elektroauto erst bei größerer Reichweite interessant. Denn die Fahrten zu den Zielen unserer Gruppen-Wochenenden und ins jährliche Sommerlager muss das Auto schaffen.

Wir sagen vielen Dank für das uns entgegen gebrachte Vertrauen und sind froh, an der Studie teilge-nommen zu haben.

 

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