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Volle Dröhnung am Roten Berg - Motorradlärm belastet Anwohner

Sonnenschein und hochsommerliche Temperaturen locken am Samstag, den 4. Juni 2016 zahlreiche Biker zu einer Tour auf den Roten Berg, an der Landstraße L 485 zwischen Diekholzen und Sibbesse ein. Während die Motorradfahrer auf einer der wohl attraktivsten Fahrstrecken nördlich des Harzes ihre Runden drehen, leiden die Anwohner unter dem auftretenden Geräuschpegel. Es entsteht der Konflikt: Die einen möchten fahren – die anderen ihre Ruhe. Die geographische Lage des Roten Berges wirkt auf das Lärmproblem ungünstig.

„Es ginge auch leiser“, sagt Polizeihauptkommissar Eisebitt von der Spezialisierten Kontrollgruppe „Krad“. Er ist am Nachmittag mit Polizeikommissar Heinz zu einer Motorrad-Kontrolle nach Diekholzen gekommen. Bürgermeisterin Birgit Dieckhoff-Hübinger und Polizeioberkommissar Schmidt von der Polizeistation Diekholzen, der das Projekt „Motorradlärm am Roten Berg“ seit Jahren begleitet, beobachten das Geschehen.

Lärm könnte durch unnötiges Beschleunigen und Abbremsen sowie durch das Ausdrehen der Gänge beim Tempo steigern selbst vermieden werden, erkläutert PHK Eisebitt während er für die Kontrolle der Motorräder aufrüstet.

Die spezialisierte Kontrollgruppe Krad, die mit 10 Beamten im Jahr 2010 als Projekt der Polizeiinspektion Hildesheim gegründet wurde, setzt auf regelmäßig stattfindende Kontrollen. Diese finden an den kurvenreichsten Pisten Am Roten Berg und am Weinberg statt.

Wenn die Beamten eine auffällige Maschine prüfen, dann hat das den Stellenwert eines Gutachtens, selbst Richter stützen sich auf diese Bewertungen, wenn sie in einem entsprechenden Fall zu urteilen haben.

Derweil hat PKH Eisebitt alles für eine Kontrolle vorbereitet, schnappt die Kelle und schreitet mit entschlossenen Schritten Richtung L 485. Ein, zwei Motorräder sausen heran, doch dann kommt die Kelle zum Einsatz und drei Biker werden auf den Parkplatz zur Kontrolle dirigiert.

Bei Manipulationen am sogenannten DB-Eater, das heißt wenn Veränderungen am Schalldämpfer durchgeführt wurden, wird hart durchgegriffen.
In diesen Fällen erfolgt die sofortige Stilllegung des Motorrades und ein Verfahren wird eingeleitet.

PHK Eisebitt erklärt den Bikern, warum die Kontrolle durchgeführt wird und dass es auch um Lärmemissionen geht. Die Motorradfahrer signalisieren Verständnis für die Anwohner und scheinen erleichtert, dass mit ihren Motorrädern „alles im grünen“ Bereich erscheint.

Ein Motorrad wird nach den laut Fahrzeugzulassungsbescheinigung angegebenen Dezibelwerten von 88 dBA überprüft. Dazu baut PHK Eisebitt die Maschine in einem freien Radius von 6 Metern auf dem Platz auf und stellt ein Schallpegelmessgerät sowie einen separaten Drehzahlmesser hinter der Maschine auf. Nun erfolgen drei Messungen hintereinander. Ergebnis: 87,5 dBA. Test bestanden! Werte in Ordnung!

PHK Eisebitt erklärt, dass noch nicht einmal 5 Prozent der Biker wirklich Ärger machen. Die meisten fahren und verhalten sich vorschriftsmäßig. Viele Biker, die über den Roten Berg rauschen, sind zudem ortsfremd. Sie kennen sich nicht aus und wissen nicht, dass ihr Verhalten Bürgerinnen und Bürger nervt.

Derweil düst mit lautem Getöse wieder eine Maschine in Richtung Roter Berg. PK Heinz weiß sofort: in der Fahrzeugzulassungsbescheinigung sind für das Motorrad 113 Dezibel eingetragen. Es ist beachtlich, dass rein physikalisch gesehen pro 10 Dezibel mehr Leistung eine Verdoppelung des Schallpegels erreicht wird.

Nein, eine Rennpiste für Freizeitraser ist der Rote Berg wie auch der Weinberg oder andere Höhenzüge ganz gewiss nicht!

Wer als Biker mal so richtig rasen möchte, dem steht es offen, z.B. die Motorsportarena in Oschersleben aufzusuchen. Dort bekommt man schwarz auf weiß dokumentiert, ob man ein „geborener Rennfahrer“ ist, oder ob man als Biker „noch Potential nach oben“ hat. Und die Fahrer gehen auf Nummer Sicher, denn bei einem möglichen Sturz sind die Begrenzungen der Arena so ausgelegt, dass die Unfälle glimpflich ausgehen. Eine Gefährdung der Allgemeinheit ist auch ausgeschlossen!

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