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Blick auf Baugebiet Tosmarblick Söhre
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Ortschaft Söhre

Söhre liegt am Fuß des Tosmarberges, wo sich das Beusterteil zur Innersteniederung hin öffnet. Der  Ort wird erstmals 1125 in der Gründungsurkunde des Stifts Backenrode (Marienrode) als „Sutherem“ erwähnt. Zwar kommt ein „Suthere“ auch in einer auf den 1.November 1022 datierten Urkunde vor, diese ist jedoch eine Fälschung des 12. Jahrhunderts. Ebenso sind zwei weitere urkundliche Erwähnungen für 1022 von späterer Hand. Die Siedlung dürfte aber in der Tat wesentlich älter sein als der urkundliche Nachweis.

Im Zusammenhang mit Besitzrechten Backenrodes in Söhre ist im 13. Jahrhundert auch die Rede von einer Mühle. Noch 1754 kommt in den Akten des landesherrlichen Amtes Marienburg die Schillersche Erbmühle zu Söhre vor. Außerdem gab es hier, ebenso wie in Diekholzen, wenigstens seit dem 17. Jahrhundert eine Schankwirtschaft, die ausschließlich Hildesheimer Bier anbieten durfte. Da das Dorf indes abseits der größeren Straßen lag, waren dort in der Regel nur einheimische Gäste anzutreffen.   Als Wahrzeichen des Ortes gilt der weithin sichtbare Turm der katholischen Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt, der um 1400 entstand. Über dem Glockenstuhl befand sich im 15. Jahrhundert eine Wachstube, von der aus die am Hildesheimer Wald verlaufende Landwehr gut einsehbar war, so dass bei Gefahr von bewaffneten Überfällen Alarm gegeben werden konnte. Das Kirchenschiff allerdings ist nicht mehr aus jener Zeit, sondern wurde 1877 durch einen Neubau ersetzt. Der Kirchturm ist übrigens auch ein Bestandteil des Söhrer Ortswappens. Insgesamt teilte der Ort in eher unauffälliger Weise das historische Schicksal seiner Nachbardörfer. Besonders bemerkenswert erscheint noch das vergleichsweise frühe Gründungsdatum der Freiwilligen Feuerwehr, die es hier seit 1882 gibt.

Bis ins 19. Jahrhundert hinein war Söhre größer als Diekholzen, zu dessen Gemeindegebiet es seit 1974 gehört. Um 1850 hatte Söhre ca. 450 Einwohner, Diekholzen dagegen nur etwa 350. Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts, also nach der Gründung des Kaliwerkes in Diekholzen, fiel die Einwohnerzahl Söhres hinter die des nun auch räumlich expandierenden Nachbarortes zurück.1964 hatte Söhre dann mit 1065 nur noch ungefähr die Hälfte der Einwohnerzahl Diekholzens. Die Bevölkerung nahm aber mit den seit den 60er und 70er Jahren entstandenen zahlreichen Neubauten weiter zu. Heute ist Söhre mit rd. 1400 Einwohnern der drittgrößte Ortsteil im Gemeindegebiet.

Die landschaftlich reizvolle Lage Söhres zieht viele Besucher aus der nahen Stadt an, die die hübsche Umgebung zur Naherholung nutzen.

Ein bekanntes Ausflugslokal und zugleich Ausgangs- und Zielpunkt von Wandertouren ist das „Söhrer Forsthaus“.

 

 


Literatur: Cord Alphei, Die Gemeinde Diekholzen in ihrer historischen und aktuellen Entwicklung, in: Jahrbuch 1999 des Landkreises Hildesheim, S.169-178.
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