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Chronik

Chronik der Söhrer Feuerwehrmotorisierung

 2016 erlebte die Feuerwehr Söhre einen neuen Höhepunkt in einer Reihe von Fahrzeugen, die neben den engagierten Feuerwehrmännern die Basisihrer Schla gkraft bildete, das 286 PS starke HLF10. Den Beginn des motorisierten Feuerlöschwesens in Söhre markierte im Jahr 1928 die Anschaffung einer Motorspritze der Marke Maybach. Diese Motorspritze wurde von 4 Pferden gezogen, also 4 PS. Einige Jahre später, noch vor dem zweiten Weltkrieg, wurde eine neue Motorspritze TS 8A angeschafft, die von einem Trecker gezogen werden musste. Diese Motorspritze wurde wiederholt während des zweiten Weltkrieges in der Heimatgemeinde sowie bei Großangriffen auf Hildesheim und Hannover zum Einsatz gebracht.

Viele Jahre vergingen, bis der Söhrer Wehr wieder eine Aufwertung ihrer Ausrüstung ins Haus stand. Es war das Jahr 1963, als die TS 8A in ein Automobil eingebaut wurde. Mit dem TSF-T (Tragkraftspritzenfahrzeug-Trupp) wurde ein VWBully in Dienst gestellt, angetrieben von sage und schreibe 34 Pferdestärken. Gerade mal drei Sitzplätze waren vorhanden, der übrige Platz wurde für das Gerät benötigt. Die restlichen Feuerwehrleute mussten zu Fuß oder mit privaten Fahrzeugen zum Einsatzort eilen. 1973 konnte zusätzlich ein TLF 16/25 beschafft werden. Das Tanklöschfahrzeug hatte 2400 Liter Wasser an Bord, ein riesiger Vorteil in der Brandbekämpfung, bei der nun in Sekundenschnelle Wasser zur Verfügung stand. Ohne Tanklöschfahrzeug musste auf Hydranten oder Gewässer zurückgegriffen werden, die unglücklicherweise häufig weit vom Einsatzort entfernt sind. Das TLF wurde von der Firma Metz auf einem Mercedes-Benz-Fahrgestell aufgebaut, 160 PS brachten das 11 Tonnen schwere Fahrzeug mit zuschaltbaren Allradantrieb in Bewegung, sechs Sitzplätze waren vorhanden. Im Jahre 1985 wurde das TLF 16 durch Nachrüstung von Schere und Spreizer sowie mit einem tragbaren Stromerzeuger deutlich einsatztaktisch aufgewertet. Die Entnahme der Geräte gestaltete sich jedoch schwierig durch ihre hohe Position im Fahrzeug, darüber hinaus mussten die Hydraulikschläuche im Einsatz erst zusammengekuppelt werden. Klingt nicht schwierig, konnte aber nachts oder bei schlechter Sicht wichtige Minuten verbrauchen, bevor man dem Verunfallten helfen konnte.

Nach 25 Jahren erfolgreichem Dienst und über 630 Einsätzen in der Ortsfeuerwehr Söhre wurde das Fahrzeug im Rahmen der Entwicklungshilfe nach Ghana (Westafrika) abgegeben, wo es lange Jahre bei der Brandbekämpfung half. Einfache robuste Technik ohne Notwendigkeit aufwändiger elektronischer Diagnosegeräte machten es zu einem wertvollen Helfer. 1978 wurde das alte TSF-T durch ein neues TSF auf Basis eines VW LT31 ersetzt. Dieses Fahrzeug hatte nun schon Platz für sechs Feuerwehrleute, aber war als 85 PS-Benziner eher mäßig motorisiert. Nach einer für Feuerwehrfahrzeuge relativ kurzen Dienstzeit von 12 Jahren wurde es an die Samtgemeinde Sibbesse, Ortsfeuerwehr Petze, abgegeben, wo es bis vor kurzem noch immer im Dienst war. 1982 wurde ein gebrauchter TSA (Tragkraftspritzenanhänger) beschafft, der zum Transport von Ölbindemitteln und -geräten verwendet wurde. Das TSF und das TLF hatten aufgrund von stetigen Erweiterungen der Ausrüstung keinen Platz mehr für die voluminösen Säcke. Beide Fahrzeuge waren auch noch so kurz, dass der Anhänger hinter dem TSF im Gerätehaus stehen konnte. Vom TLF gezogen, wurde der Anhänger bei so mancher Ölspur eingesetzt. Jedoch setzten der Rost und ein neues LF8 seinem Einsatz 1990 ein jähes Ende.

1990 konnte das neue LF8 (Löschgruppenfahrzeug 8) die Schlagkraft der Ortsfeuerwehr Söhre weiter erhöhen. Wie der Name sagt, konnte nun eine ganze Löschgruppe, also neun Leute, zum Einsatzort gebracht werden. Zwei Pumpen steigerten ebenfalls den Einsatzwert. 115 PS trieben die 7,49 Tonnen an, ein Mercedes-Benz 711D trug einen Aufbau der Firma Ziegler. 1998 kam unser neues TLF16/25 dazu. Ein Mercedes-Benz 1124 mit 240 PS, Platz für neun Feuerwehrleute, Umfeldbeleuchtung sowie Schere und Spreizer auf einem Schlitten, was die Zeit im Einsatz zur Befreiung eingeklemmter Personen bei Verkehrsunfällen noch weiter minimierte. 2016 wurde das nun 27 Jahre alte LF8 ersetzt, und zwar durch ein HLF10. Eine echte Steigerung, sowohl in den taktischen Einsatzmöglichkeiten als auch im Fahrzeuggewicht. So ist nun ein LKW-Führerschein notwendig, während das LF8 als 7,49-Tonner noch mit einem alten Klasse-3-Führerschein gefahren werden konnte.

Diese Chronik zeigt vor allem eines: Die Gemeinde Diekholzen hält die Feuerwehren auf einem hohen Ausrüstungsniveau, was letztlich allen Bürgern der Gemeinde Diekholzen zugute kommt. Bei Bränden und Verkehrsunfällen geht es um Sekunden. Wohl dem, der dann nicht seiner Feuerwehr dabei zusehen muss, wie diese sich mit altem, unzureichendem Gerät herumquält, statt schnell und effizient helfen zu können.

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